Obscenity Trial mit "That Night"

Melodiöser Elektropop mit Mainstream-Charakter

20.05.2008 Stephanie Riechelmann

Cover  - FreshStyle Music
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Geistreiche, tanzbare elektronische Musik mit beeindruckender und sehr einprägsamer klassisch ausgebildeter männlicher Gesangsstimme.

Die Elektropop-Band Obscenity Trial (engl. für „unanständiger Versuch“) wird 1993 von dem im Ruhrgebiet lebenden Sänger und Mastermind Oliver Wand zusammen mit seinem Kollegen, dem Keyboader Guido Adolphi, ins Leben gerufen. Schon bald darauf schreiben sie ihre ersten Songs und sammeln 1994/95 erste Live-Erfahrungen vor größerem Publikum als Support von Tyske Ludder und The Fair Sex. Ihr mit vielen positiven Reaktionen bedachtes Debütalbum "Intoxication" bringen sie 1996 auf den Markt und stellten es unter anderem im Vorprogramm von Suicide Commando einem breiteren Publikum vor. Ab 1998 wird es trotz des ersten Erfolges erst einmal für mehrere Jahre ruhig um die Band. Oliver Wand widmet sich einer professionellen Gesangsausbildung und wirkt in mehreren Musical-Produktionen der „Kölner Musical Company“ mit. Im Jahre 2004 ruft er die Band Obscenity Trial schließlich ohne seinen bisherigen Bandkollegen erneut ins Leben. Stattdessen arbeitet er fast im Alleingang an neuen Songs und sucht sich nur für die Liveauftritte in Keyboarder Frank Hass und Drummer Jürgen Reinert zwei neue Mitstreiter.

Es geht weiter für Obscenity Trial

Bei Infacted Records erscheint 2006 das zweite Album von Obscenity Trial mit dem Titel "Here And Now“. Der Elektropop aus Oliver Wands Feder beschert ihnen erste breitere mediale Aufmerksamkeit, unter anderem vom Fernsehsender Pro Sieben und der Zeitschrift Gamestar. Im Herbst des Jahres 2006 folgt eine ausgedehnte Tour als Support von And One und die Band wird im November in Duisburg mit dem „Deutschen Rock Pop Preis“ in der Kategorie „Bestes Popalbum“ ausgezeichnet. Bereits im April 2007 erscheint mit "Daydream“ das Nachfolgealbum der Band. Während des Jahres 2007 treten Obscenity Trial nicht nur auf Festivals in Edinburgh und St. Petersburg auf, sondern spielen bedingt durch ein Arrangement ihrer Plattenfirma auch exklusiv drei Konzerte in Kabul und Mazar-E-Sharif in Afghanistan für die dort stationierten deutschen Soldaten. Im Anschluss daran treten sie auch in Termez in Usbekistan auf. Nachdem sich Oliver Wand im November 2007 von Infacted Records getrennt und bei Major Records einen Vertrag unterschrieben hat, erscheint im Mai 2008 nun ihr drittes Album "That Night“ mit der Singleauskoppelung "My Mind Your Mind“ in den deutschen Plattenläden.

Soundcheck "That Night"

Schöne Melodien und sanfte elektronische Klänge im Stile der 80er Jahre Romantiker von Erasure, den frühen Depeche Mode oder auch den heutigen Covenant, kombiniert mit dem kraftvollem, klar als klassisch ausgebildet erkennbaren Gesang von Oliver Wand und äußerst geistreichen Texten: So lässt sich der Sound von Obscenity Trial am besten beschreiben. Das vierte Album der Band steht seinen Vorgängern in dieser Hinsicht in nichts nach. Es ist sogar wesentlich abwechslungsreicher als seine Vorgänger bei den verschiedenen Stimmungen der zwölf enthaltenen Songs. Eingängige, teilweise düster angehauchte und äußerst tanzbare Elektropop-Nummern, wie das Titelstück "That Night“, sowie die Stücke "Lecture“, "Cinderellas Palace“ oder "This Place“ wechseln sich mit langsamen, romantischen Liedern, wie "What Is It For“ und "Just Another Bad Dream“ ab. Letztere ist genau wie der Eröffnungssong "Personal Deamon“ ein reines Instrumentalstück. Einige eingängige Mid-Tempo-Nummern, wie "Go Away“, das deutschsprachige "Wenn Du Faellst“ und die Single "My Mind Your Mind“ stellen die Verbindung zwischen den schnellen und langsamen Stücken optimal her.

Ein durch und durch rundes Album

Der ersten Singleauskoppelung merkt man ganz klar an, dass kein anderer Song des Albums besser dazu geeignet gewesen wäre, als solche zu fungieren. Die Nummer hat alles, was eine Single zum Erfolg benötigt: Eine schöne Melodie, einen einprägsamen Refrain und eine gehörige Portion Optimismus, den man ganz klar nicht nur zwischen den Zeilen heraus hört. Die macht "My Mind, Your Mind“ zu einer runden Sache, ebenso, wie sich alle Songs des Albums sich in ihrer Gesamtheit zu einem runden Ganzen formen. Hier mag für den einen oder anderen Hörer auch der einzige Minuspunkt des Albums liegen. Ecken und Kanten sucht man bei den von Oliver Wand geschriebenen und vertonten Stücken nämlich doch eher vergebens. Wer sich daran jedoch nicht stört, der kann in "That Night“ einen wunderbaren Soundtrack für manch ausgelassene, aber auch besinnliche Stunde des Tages finden.

Obscenity Trial: That Night, Major Records, VÖ: 16. Mai 2008

Urheberrecht: Stephanie Riechelmann. Verwendung des Textes nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors.

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